März

SOULFOOD – Psalm 147,14 Diesen Vers hat eine Freundin mir im Februar zugesprochen. Ich wusste sofort, dies wird mein SOULFOOD-Vers für den März.

Anfang September 21 hatte ich Corona. Seither habe ich mich nicht mehr erholt und leide wie viele andere auch unter einem Post-Covid-Syndrom. Für mich heisst das Kurzatmigkeit bei kleinsten Anstrengungen, Erschöpfung und starke Migränekopfschmerzen (die mit Medikamenten glücklicherweise viel besser sind).

Ich spüre schmerzhafte, enge Grenzen, die vorher nicht da waren. Wie soll ich damit Frieden schliessen? Ist es überhaupt sinnvoll? Sollte ich nicht mit aller Macht nach Gesundheit streben? Natürlich tue ich alles, um gesund zu werden. Allerdings gibt es Krankheiten, da sind wir als Menschen ganz- oder teilweise machtlos und dazu gehören auch Long- und Post-Covid-Syndrom.  

Im März habe ich mit den Aussagen aus Psalm 147 gerungen (es gibt ja vor und nach diesem Vers noch mehr zu lesen).

Für mich heisst es in meiner heutigen Situation: Ich lasse meine Gefühle zu: Frustration, Wut oder Trauer über all das, was aktuell nicht möglich ist (und das ist sehr viel). Aber ich bleibe nicht dort stehen. Ich entscheide mich zum TROTZDEM… trotzdem ich krank bin, trotzdem ich eng begrenzt bin, trotzdem ich (noch) nicht gesund bin… VERTRAUE ich. Das Vertrauen ist wie ein kleines, zartes Pflänzchen, das sich allen Widrigkeiten zum Trotz durch die Hoffnungslosigkeit, Trauer oder Niedergeschlagenheit durchkämpft und für Mut und Hoffnung sorgt...

Ich vertraue darauf, dass diese Grenzen nicht mein ganzes Leben bestimmen, dass sie nicht das letzte Wort haben. Ich vertraue darauf, dass Gott, der bisher mein Leben gelenkt hat, auch jetzt die Kontrolle nicht verloren hat. Ich vertraue darauf, dass ER mich nicht im Stich lässt – Gottes Gegenwart erlebe ich immer wieder spürbar in dieser Zeit.

So bleibe ich im Heute und schliesse Frieden mit den Grenzen, die mir HEUTE auferlegt sind durch diese Krankheit. Dadurch erlebe ich innere Freiheit trotz körperlicher Grenzen.

Das schreibt sich jetzt so schön – aber es ist etwas, das ich jeden Tag neu durchbuchstabieren muss. Nicht immer gelingt es mir. Es ist mein Gebet, dass ich dranbleiben kann.

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Bible Art Journaling: Meine kreative Auseinandersetzung mit diesem Vers hat lange gedauert - mehrere Wochen genauer gesagt. Es war ein sehr emotionaler, aber auch guter und wohltuender Prozess. Bible Art Journaling ist und bleibt für mich ein fruchtbarer Zugang zu biblischen Inhalten :-). 

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